Den ersten Teil meiner 5monatigen Auszeit hab ich in der Schweiz, auf einer Alm verbraucht, auf dem Balmeggberg (1000m).
Der Grund dafür war, Zeit zu haben, in der Natur, zum Lesen, Meditieren…. Was ich vorher nicht so genau wusste, ist, dass ich in eine Gemeinschaft komme, die versucht einen nachhaltigen Lebensstil wirklich konsequent zu leben. Für mich war es sehr spannend, das nicht nur zu sehen, sondern auch zu spüren.3 junge Familien (Erwachsene so in meinem Alter, einige haben auf der ETH Umweltnaturwissenschaften studiert) mit insgesamt 4 Kindern zwischen 4 Monaten und 4 Jahren haben die Gemeinschaft und den Jurtenhof Balmeggberg aufgebaut und versuchen hier einen nachhaltigen Lebensstil zu führen und möglichst autark zu leben. Die meisten von ihnen arbeiten parttime in Zürich oder Bern (Forschung, Umweltberatung, Koch, Physiotherapie) und leben/arbeiten die restliche Zeit hier. Sie bearbeiten den Hof seit 4 Jahren; es gibt einen Permakulturgarten, Hühner, einige Jurten, in denen sie Seminare (Yoga, Kräuterkunde, Poi…) anbieten mit internen und externen LehrerInnen, Wald und Wiesen. Sie haben alle zusammen ein Auto und verwenden es nur, wenn es nicht anders geht. In den Ort Trub geht man ca. ½ Stunde zu Fuß; dort gibt es stündlich einen Bus nach Trubschachen, von wo auch stündlich ein Zug nach Bern oder Luzern (ca. ½ Std.) geht.
Daneben leben über den Sommer einige Menschen (von überall her, Neuseeland, USA; Kanada, Lettland….) wie ich hier, die entweder mithelfen, zu sich kommen wollen, Ruhe finden wollen, ein Permakulturpraktikum machen, FreundInnen der Balmeggbergler sind. Man kann nie so genau sagen, wieviele es sind. Es ist ein Kommen und Gehen und nicht jede/r ist angemeldet. Macht irgendwie Spaß, wenn ich mich auch noch dran gewöhnen muss, dass ich bis zum Abend nicht weiß, mit wem ich die Jurte teile. ; -)
Es gibt Solarthermie für Warmwasser (bis auf eine sind die Duschen im Freien, manchmal auch kalt, wenn keine Sonne scheint), BioWC (also Plumpsklo im Freien, der “Mist” wird dann in mehreren Schritten zu Kompost als Dünger für die Obstbäume gemacht), Holzherd und -öfen (Holz kommt vom eigenen Wald. Wald gibt es hier im Überfluß), Warmwasser zum Abwaschen (mit der Hand) wird am Herd warm gemacht, Pflanzenkläranlage; nicht eigene Produkte sind bio und regional, Milch kommt vom Biobauern nebenan. Marmeladen, Brot, Tee, Butter, Joghurt, Säfte, Bier, Chutneys…. werden selbst gemacht.
Und es gibt eine supertolle Espressomaschine und Wlan – nachhaltig, aber im Jahr 2009!
Ein Zuckerl hier ist sicher die Sauna (eine kleine Jurte, wo man reinkriecht, mit Holzofen, Platz für 8 Leute). War dort gestern das erste Mal, das Licht kommt nur von einer Kerze und dann gibt es davor 2 Badewannen, eine mit kaltem und eine mit warmen Wasser gefüllt. Nach einer kleinen Kneippsession hab ich mich dann in die warme Wanne gelegt, ober mir der Sternenhimmel, neben mir ein paar Kerzen, im Ohr Kuhglockengeläut – Romantik und Entspannung pur. War herrlich.
Ein weiteres Zuckerl ist das extrem leckere Essen, gekocht unter der Leitung von Bärnu (Ayurvedakoch). So sieht ein Frühstück aus:
Alles selbstgemacht, vom Müsli, über den Brioche bis zum Humus.
Ich habe meistens in einer Jurte geschlafen, wunderbares Gefühl, in einem runden Raum nur aus Holz, Filz, und Stoff zu schlafen, mit großer Plexiglaslucke (ca. 1.5 m Durchmesser) über Dir.
Ich bin beeindruckt, wie gut den BalmeggberglerInnen die Verbindung von Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Offenheit, Lebensqualität, Modernität gelingt. Für mich sind sie nicht nur LOHAS, sondern bereits LOVOS.
Für mehr Infos, meldet Euch gerne bei mir. Kann die Teilnahme an einem Seminar oder das temporäre Mitleben dort wärmstens empfehlen!




