MacroSD

MacroSD ist ein kürzlich entstandenes Netzwerk europäischer Forscher, das sich mit der makroökonomischen Analyse von Nachhaltiger Entwicklung beschäftigt. Das Netzwerk dient als Forum für Erfahrungsaustausch und Diskussionen mit den folgenden Zielen in den Themenbereichen Theorie, Empirie und Politikgestaltung:

1. Theorie: Theoretische Integration von nachhaltiger Entwicklung in die makroökonomische Theorie

Die makroökonomische Theorie betrachtet die Ökonomie traditionell losgelöst von ihrer natürlichen Basis. Das Projekt MakroSD sucht nach Möglichkeiten, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung auf konsistente Weise sowohl in statische als auch in dynamische makroökonomische Theorien zu integrieren. Folgende Forschungsfragen dienen dabei als Leitlinien:

  • Wie kann das Konzept einer Durchfluss-Wirtschaft, eingebettet in das abgeschlossene System "Erde", in die traditionelle makroökonomische Theorie überführt werden, die auf der Idee eines isolierten ökonomischen Systems aufbaut?
  • Wie kann dieser Paradigma-Wechsel in statischer ökonomischer Modellierung implementiert werden?
  • Ist es möglich, traditionelle Wachstumsmodelle als Grundlage der Modellierung nachhaltiger Entwicklung zu übernehmen? Wenn ja, wie können sie an das neue Paradigma angepasst werden?
  • Wie kann das Schlagwort "De-linking" in diese veränderten dynamischen Modelle einfliessen?
  • Welche makroökonomischen Basisindikatoren sind geeignet, zusätzlich das Paradigma "Nachhaltige Entwicklung" auszudrücken?
  • Wie verhalten sich diese Basisindikatoren (erweitert um Aspekte der Nachhaltigkeit) untereinander?

2. Empirie: Austausch über die empirische Analyse

Das erweiterte Theoriegebäude muss durch empirische Befunde gestützt werden. Genauso gilt umgekehrt, dass empirische Ergebnisse dazu beitragen können, die Theorien weiter zu verfeinern. Somit basiert die Integration der nachhaltigen Entwicklung teilweise auch auf empirischen Erkenntnissen. Das Forschungsnetzwerk wird solche Erkenntnisse fördern und sich bei seinen Diskussionen von folgenden Fragen leiten lassen:

  • Können die oben angesprochenen theoretischen Überlegungen empirisch erhärtet werden?
  • Wie muss sich die Forschungsmethode ändern, um Daten für eine integrierte makroökonomische Analyse nachhaltiger Entwicklung zu erheben?
  • Entwickeln sich die Europäischen Volkswirtschaften in Richtung Nachhaltigkeit? Gibt es Anzeichen für eine Entkoppelung von Wirtschaftsentwicklung und Naturverbrauch ("de-linking")?
  • Die hier gestellten Fragen führen zwangsläufig zum Phänomen der Veränderung der Wirtschaftsstrukturen in den europäischen Ländern und damit zur mesoökonomischen Analyse: Aus welchen Teil-Entwicklungen setzt sich die aggregierte ökonomische Entwicklung Europas zuammen? Welches sind die Verlierer-Sektoren, welches sind die Gewinner, und welche Sektoren können als Aufsteiger der Zukunft identifiziert werden?

3.Policy: Implikationen für die Politikgestaltung

Aufbauend auf dem empirisch und theoretisch neu gewonnen Verständnis der Makroökonomie werden politische Strategien für nachhaltige Entwicklung erarbeitet und mithilfe von polit-ökonomischen Simulationen der Öffentlichkeit vorgestellt.  


Kontakt:

Stefan Moll, Sonja Klingert, Dr. Friedrich Hinterberger

 


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