Arbeit und Ökologie Österreich

Start: 1.12. 2000
Ende: 31.8.2001

Projektleiter: Dr. Fritz Hinterberger

Mitarbeiter bei SERI: Mag. Ines Omann, Mag. Andrea Stocker

Partner: iff (Mag. Heinz Schandl, Mag. Helga Weisz)

Auftraggeber: Bundesministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser

Im Jahr 2000 wurde in Deutschland ein Projekt für die Hans-Böckler-Stiftung namens "Arbeit und Ökologie" abgeschlossen. Dieses Projekt, das im Verbund von drei Forschungsinstituten (WI, WZB, DIW) durchgeführt wurde, entwickelte Szenarien für Deutschland, die letztendlich zu geringerer Arbeitslosigkeit und weniger Umweltbelastung und dadurch zu mehr Nachhaltigkeit führen.
Diese Szenarien (es sind 3) wurden dann auf ihre soziale, ökonomische und ökologische Effektivität hin untersucht und bewertet, um daraus Maßnahmenbündel abzuleiten, die wirtschaftspolitische Instrumente enthalten mit dem Ziel, Deutschland in den nächsten 50 Jahren ökonomisch, ökologisch und sozial zukunftsfähig zu machen.
Da sich Beschäftigungssituation und Umwelt in Österreich ähnlich darstellen wie in Deutschland, wäre es von großem Interesse, in Österreich ein ähnliches Projekt (allerdings in kleinerem Rahmen) durchzuführen.

Projektziel

Mit der Vorstudie "Arbeit und Ökologie in Österreich" versucht das Projektteam, das sich aus Wissenschaftlern von SERI Österreich und IFF zusammensetzt, einerseits die Frage zu beantworten, ob und in welcher Weise ein weiterführendes Projekt in Österreich zu diesem Themenbereich "Arbeit und Ökologie" von Interesse ist.
Andererseits ist zu klären, welche Voraussetzungen im wissenschaftlichen Bereich bestehen bzw. noch geschaffen werden müssen.
Das angestrebte Ziel besteht in der integrativen Verbindung der Themenbereiche Arbeit und Ökologie in einer Weise, dass politische Entscheidungsträger die komplexen, wechselseitigen Beziehungen zwischen Arbeit und Ökologie leichter verstehen können. Somit kann politisches Handeln auf eine fundierte argumentative Basis gestellt werden.

Zeitplan und Arbeitsschwerpunkte des Projekts

Die Projektdauer erstreckt sich von Anfang Dezember 2000 bis September 2001 und umfasst folgende Arbeitsschwerpunkte :

1. Inhaltliche Voraussetzung eines Projektes "Arbeit und Ökologie in Österreich"

  • Beschreibung des österreichischer "state of the art": Die bisherigen wissenschaftlichen Aktivitäten zum Thema "Arbeit und Ökologie" in Österreich konzentrierten sich hauptsächlich auf die Erstellung von Studien, welche das Beschäftigungspotential des Umweltschutzes abschätzen sollen. Einen Überblick der österreichischen Arbeiten in diesem Zusammenhang zu geben, ist daher eine zentrale Aufgabenstellung im Rahmen dieser Vorstudie zu einem möglichen Projekt "Arbeit und Ökologie in Österreich".
  • Sammlung von notwendigen statistischen Daten: Eine umfassende Darstellung der Wirkungszusammenhänge von Arbeitsmarkt- und Umweltpolitik sowie die Ausarbeitung einer ökologisch-sozialen Zukunftsperspektive mit den notwendigen politischen Rahmenbedingungen fehlen in Österreich bisher noch gänzlich. Aus diesem Grund versucht dieses Projekt auch zu klären, ob und inwieweit das für Deutschland konzipierte ökologisch-soziale Nachhaltigkeitsszenario und dessen vorgeschlagene Instrumente und Maßnahmen auch in Österreich umzusetzen sind. Dabei werden zuerst die notwendigen Kennzahlen und Indikatoren definiert, die zur Operationalisierung des angewandten Nachhaltigkeitskonzeptes notwendig sind und im Anschluß geklärt, ob die zur Berechnung der Indikatoren notwendigen statistischen Daten in Österreich verfügbar bzw. berechenbar sind.

2. Nach der Darstellung des österreichischen "state of the art" und der statistischen Grundlagen, erfolgt eine erste Abschätzung der bisherigen Entwicklung der Ökonomie-Ökologie-Interaktion der österreichischen Wirtschaft mit Hilfe von Input-Output-Tabellen und Materialflussrechnungen.

Die Arbeiten zu diesen Punkten sind bereits abgeschlossen und dienen als Grundlage für die weiteren, im folgenden angeführten Aktivitäten.

3. Expertengespräche: Danach sollen anhand von Gesprächen mit österreichischen und internationalen Experten deren Einschätzungen über die vorliegenden Arbeiten gewonnen und gegebenenfalls im Zuge der weiteren Arbeiten berücksichtigt werden.

4. Ausarbeitung der Grundlagen möglicher ökologisch-sozialer Nachhaltigkeitsszenarien für Österreich und Unterbreitung von Vorschlägen potentieller Instrumente und Maßnahmen.

5. Akzeptanzanalyse relevanter politischer Akteure: Neben der systematischen Erhebung relevanter Informationsquellen und Daten soll auch Akzeptanz der politischen Akteure für das Thema "Arbeit und Ökologie" erhoben werden, da nur auf diese Weise eine umsetzungsorientierte, wissenschaftliche Behandlung dieses heiklen, oft als widersprüchlich beurteilten Themas erfolgen kann.

Literatur zum Thema

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Wirtschaft und Umwelt Nr. 2/1999, Schwerpunkt: Arbeitsschutz & Umweltschutz, S. 14 - 24, Zeitschrift für Umweltpolitik, Bundesarbeitskammer Wien.

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